Der Tag der Himmelsköniginnen – Palmsonntag in Sevilla

Spanien: Der Tag der Himmelsköniginnen – Palmsonntag in SevillaSpanien: Der Tag der Himmelsköniginnen – Palmsonntag in Sevilla 13. April 2003, 14.00. Ein Sonntagnachmittag in Sevilla. Das Thermometer nähert sich der 30° – Marke und der lichtdurchflutete María-Luisa-Park ist bevölkert mit spielenden Kindern und im Gras sitzenden Großfamilien, die neben Kinderwagen mit Sonnenschirmchen die Reste eines …

Spanien: Der Drachentöter von Montblanc

Das katalanische Dorf Montblanc erwacht langsam aber sicher aus dem Winterschlaf. Die ersten warmen Tage und die daraufhin einfallenden Touristen machen deutlich: der Frühling ist da! Nun bricht in Montblanc hektische Aktivität aus, denn die Mittelalterwoche naht. Die erste alljährliche Aktivität der hiesigen Vereinigung der „Legende des Heiligen Georgs“ ist – ganz demokratisch – eine …

Ein Besuch im Museo de América in Madrid

Die Metro-Linien 3 und 7 führen uns zur Haltestelle Moncloa beziehungsweise Islas Filipinas nahe dem Universitätscampus von Madrid. Ziel ist das Museo de América. Von außen erinnert uns der Bau an eine der vielen amerikanischen Kirchen im Kolonialbarock. Innen vermittelt er eine lebendige Vorstellung der bedeutendsten Kulturen Amerikas; von den ersten Spuren der Besiedelung dieses …

Zum 350. Geburtstag von La Roldana

Die Zuschauer tuschelten aufgeregt und König Karl II., der letzte und schon leicht degenerierte Habsburger auf spanischem Thron, dessen Verstand immer ein wenig langsamer arbeitete, begann sich zu wundern. Man befand sich im Oktober des Jahres 1692 in einem kalten Saal des Escorial-Palasts und vor dem verstörten König und der illustren Zuschauermenge war soeben abgeliefert …

Montblanc – Im Monat der katalanischen Feste

In Spanien müsste der Neujahrstag eigentlich der 1. September sein, denn die Menschen denken in Intervallen von Sommer zu Sommer. Sätze wie: „Nach dem Sommer mache ich …“ gehören genau wie die berühmt-berüchtigten guten Vorsätze zu den letztendlich sich in Schall und Rauch auflösenden Versprechen. Der September ist dennoch ein guter Monat, prall gefüllt mit …

Impressionen aus der Extremadura II

Nachdem wir Euch im Juni in die mittelalterlichen Gassen von Cáceres und die heroische Einsamkeit des Burgbergs von Trujillo entführt haben, geht unsere Reise durch die Extremadura diesmal nach Nordwesten bis zur portugiesischen Grenze. Morgens um 10 macht sich unsere Vierergruppe auf den Weg. Kurz hinter Cáceres sind die üblichen Steineichenwälder durchsetzt mit gigantischen Felsblöcken, …

Impressionen aus der Extremadura III

Von Trujillo brechen wir auf zur dritten und (vorerst) letzten Etappe unserer Entdeckungsfahrt durch das Herz der Extremadura, eine der einsamsten Gegenden Europas: nach Guadalupe. Noch vor 10 Jahren war die Benutzung der einsamen Landstraße wegen knietiefer und fußballfeldgroßer Schlaglöcher lebensgefährlich und für ortsunkundige Fahrer eine „Survival-Safari“. Inzwischen ist sie mit EU-Geldern frisch asphaltiert und …

Impressionen aus der Extremadura I: Cáceres – Trujillo

Wir rollen im extrem klimatisierten Bus durch sanft hügelige Steineichenwälder, dick eingepackt, obwohl es draußen über 30° Grad heiß ist. Von Sevilla am frühen Morgen aufgebrochen, haben wir vor einer halben Stunde die Grenze zur Extremadura überquert. Dies ist das Land arkadischer Einsamkeiten, eine der am dünnsten besiedelten Regionen Europas mit nur 24 Einwohnern pro …

Die Schlucht der Todesängste

Der Pfad führt zwischen Steilwand und Abgrund entlang und ist gerade so breit, dass zwei Menschen dicht nebeneinander stehen können. Deshalb können wir kaum glauben, was wir sehen: ein graues Autowrack, halb unter dem Felsen. Wie ist es hierhin gekommen, wo der Pfad höchstens halb so breit ist wie der Wagen? Nun grüßt diese Autoruine …

Goldrausch in Sevilla

I. Schwarze Trauerschleier und barockes Figurengetümmel 28. März 2002, 15.00: Wir befinden uns im „Rinconcillo“, der ältesten Bar Sevillas, die seit 1670 ununterbrochen in Betrieb ist. Es herrscht festliches Gedränge unter den von der Decke hängenden Pata-Negra-Schinken und jahrhundertealten Sherry-Fässern. Aber etwas ist anders als sonst. Fast alle anwesenden Damen tragen schwarze Kostüme und über …