Gebeine des Petrus – Zu gut versteckt

Klostergründung Sant Pere de Rodes

Eingebettet in die malerische Landschaft der Cap de Creus, im Norden Kataloniens, liegt das Kloster Sant Pere de Rodes als wichtiges Zeugnis der spanischen Romanik.

Die Anfänge von Sant Pere de Rodes lassen sich auf die Zeit der Ausbreitung germanischer Stämme im 6. Jahrhundert nach Christus zurückführen und tatsächlich ist es auch diese Zeit, in der sich eine der interessantesten Geschichten um das Kloster abspielt: die Gründungsgeschichte.

Klostergründung Sant Pere de Rodes

Der Legende nach soll Papst Pius VI., als die Germanen Rom belagerten, Mönche damit beauftragt haben, die Gebeine des heiligen Petrus in Sicherheit zu bringen. Die Mönche setzten nach Spanien über und versteckten die Gebeine auf der Halbinsel Cap de Creus. Mit der Zeit vergaßen sie allerdings das Versteck und errichteten das Kloster lediglich an der ungefähren Stelle, an der sie die Reliquien vermuteten.

Im 10. und 11. Jahrhundert wurde das Kloster zu einem wichtigen Zentrum für religiöse und politische Aktivitäten und stand unter der Schirmherrschaft lokaler Feudalherren wie die des Grafen von Empúries. Der architektonische Stil des Klosters entwickelte sich weiter und integrierte Elemente der romanischen Architektur, die sich durch ihre robusten Mauern, Rundbögen und aufwändigen Schnitzereien auszeichnet.

Eines der bemerkenswertesten Merkmale von Sant Pere de Rodes ist die majestätische Kirche, die 1022 geweiht wurde. Die Struktur der Kirche spiegelt die architektonische Raffinesse der damaligen Zeit wider und diente als Mittelpunkt für Gottesdienste und Versammlungen der Gemeinde.

Der Einfluss des Klosters schwand im 18. Jahrhundert, was zu Jahren der Vernachlässigung und des Verfalls führte. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde die historische Bedeutung des Klosters erkannt und man begann es zu restaurieren. Heute ist es ein bei Touristen beliebtes Ausflugsziel.


Bilder: Logga Wiggler, Pixabay